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Zurück zu den Quellen

Vor und nach meinem Löwenzahntag in Wadersloh-Liesborn habe ich an den Jubiläumsfeierlichkeiten meiner Geburtsstadt Freckenhorst teilgenommen. Eine tolle Idee war am 1. Mai eine Fahrradtour um Freckenhorst herum, durch die verschiedenen Bauernschaften. Im Münsterland kann man super Fahrrad fahren. Es gab mehrere Stationen und die Tourkarten wurden dort abgestempelt. Dazu gab es Infos zu Besonderheiten der einzelnen Orte oder Spannendes zum Thema Landwirtschaft. In der Bauerschaft Flintrup ist es die Kapelle, die zu einem Gemeinschaftsprojekt der Nachbarn und zur Begegnungsstätte geworden ist.

 

Der Sonntag war der Höhepunkt, denn das Jubiläum wurde zusammen mit dem jährlich stattfindendem Krüßingfest gefeiert. In einer großen Prozession wird das seit Jahrhunderten hoch verehrte Freckenhorster Kreuz durch die Stadt getragen. Dass vor langer Zeit verloren gegangene Kreuz wurde später wiedergefunden und dies wird gefeiert. Das Freckenhorster Kreuz und der alte Taufbrunnen ist von kunsthistorischer Bedeutung. Auch um die imposante Kirche in der Bauweise einer romanischen Basilika und den Kreuzgang der damals dort lebenden wohlhabenden Stiftsdamen gibt es viele Legenden. Auf der Wand sind die Namen der Äbtissinnen von der Gründung im Jahr 851 bis zur Auflösung im Jahr 1811 geschrieben. Ich konnte auch eine Mechtild finden. Ein Name, der in Freckenhorst sehr häufig ist. 

 

Was für mich völlig neu war und ich von Karola im Löwenzahnkurs einige Tage vorher erfahren habe ist, dass es eine Heilquelle innerhalb der Kirche gibt. Ein Verwander von Karola hatte in den 70er Jahren bei der umfassenden Renovierung der Kirche mitgewirkt. Er hatte viele der wunderschönen bronzenen Türen, Fenster und eben die Abdeckung der Quelle gestaltet. Ein Heilwasser, dass bei Augenleiden verwendet wurde, soviel konnte ich bisher herausfinden. Mittlerweile ist die Quelle ein bisschen sichtbarer. Als ich als Kind dort zur Kirche ging, standen Bänke darauf. Mittlerweile wird für alle sichtbar dort Wasser für die Taufen geschöpft. Die Inschrift lautet: Führe uns an die Quellen, des ewigen Lebens. St. Thiatildis. Thiatildis-Quelle heißt sie, nach der ersten Äbtissin in Freckenhorst. Es gibt auch ein Gefäß mit einem Zapfhahn, wo sich jeder, der mag, etwas von dem heiligen Wasser holen kann. Ich bin mir sicher, dass diese Quelle früher eine große Bedeutung hatte, die Ansiedlung, das Damenstift und die Kirche auch wegen der Quelle dort entstanden sind. Wasser trägt Informationen, das sagt auch die Wissenschaft mittlerweile. Die Hüterin der Quelle, Urd wurde sie genannt ist eine der drei Nornen, die für unser Schicksal stehen. Seinen Ursprung zu kennen, fördert ein weises Wissen, ein Wissen um Zusammenhänge.

 

Schon beim Jubiläum vor 25 Jahren habe ich für den Ort ein Logo entworfen. Da es sehr gerne auf allen möglichen Schildern, Andenken, Büchern und Souveniers abgebildet wird, hatte ich es für das 1175jährige Jubiläum noch einmal überarbeitet. Die Rechte daran sind für nichtkommerzielle Zwecke frei und so wurde es vom Heimatverein und den Bürgern auch jetzt wieder sehr gerne verwendet. Selbst bei der Abschlussveranstaltung, einer großen Lasershow an der Stiftskirche, wurde das farbige Logo, dass die Kirche, den Kreuzgang der Stiftsdamen und die Bürgerhäuser symbolisiert auf die uralten Steinmauern der Kirche projiziert. Wie schön, dass ich auch meinem Geburtsort etwas geben konnte. Es freut mich jedes Mal, wenn ich in den Ort fahre und auch das Bauerschaftsschild das Logo trägt. 

 

Im inneren der Kirche wird zu besonderen Anlässen dekoriert. Neuerdings wohl öfter mit farbigem Licht, Spiegeln, Glitzer und scharfkantigen Objekten. Ein großer Kontrast zu den alten eher sanften und runden Kunstwerken aus Naturmaterial, die den Anblick Ruhen lassen. Ich mag es auch in anderen Ländern in Kirchen zu gehen, zumal dort Schätze spirituell verbundener Künstler zu bewundern sind. Menschen, die aus Liebe heraus Skulpturen, Bauwerke und Gemälde kreieren. Neuerer Kunst fehlt nach meinem Gefühl oft diese besondere Ausstrahlung. Man wird sehen, was Bestand hat und die Menschen wirklich berührt.