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Experimente mit Asche

Als nächstes Projekt wollte ich eigentlich Brennnesselseife machen. Mein Anspruch, möglichst alles aus der Natur zu nehmen, ist in diesem Fall eine größere Herausforderung. Früher hat ja vermutlich jeder Haushalt seine Seife selbst aus Asche hergestellt. Es gab genug Asche und daraus kann man zumindest Schmierseife herstellen. Fest Seife zu kochen, galt als hohe Kunst. Außerdem stellt man aus Asche Pottasche her. Das kenne ich als Backtriebmittel für die Weihnachtsbäckerei. Als ich mich so eingelesen hatte, war meine Neugier geweckt. Bei allem, was man so im Internet an Erfahrungsberichten las, war das Hauptproblem genug Asche aus Hartholz zu finden und dass es lange eingekocht werden muss. Ich hab genug Asche! Und ich hab einen Holzherd, wo ich Sachen stundenlang köcheln lassen kann, ohne dass es zusätzlichen Energieaufwand bedeutet. 

 

Zunächst einmal: Vorsicht! Konzentrierte Seife ist basisch ätzend. Man sollte immer Handschuhe anziehen und auch auf seine Augen aufpassen. Töpfe, Rührer etc. sollten aus Email oder Edelstahl sein oder im kalten Zustand auch aus Glas. Wenn was verätzt ist, mit klarem Wasser oder Essigwasser neutralisieren.

 

Also der erste Versuch war noch nicht optimal, aber mittlerweile kann ich es schätzen, wenn nicht alles glatt läuft, dann lernt man umso mehr und weiß, worauf man achten muss. Also ich habe die Asche erst grob gesiebt, dass alle Kohlereste raus sind, Dann habe ich auf 400 g Asche, 2 Liter Regenwasser gegeben. Es ist wichtig, dass das Wasser kein Kalk enthält, sonst funktioniert es wohl nicht gut. Das Ganze gut durchrühren und 12 Stunden stehen gelassen. Diese Brühe habe ich nun mehrfach gefiltert. Zum Schluss mit einem Teefilter, weil die Flüssigkeit relativ klar werden sollte. Mit der abgefilterten Asche habe ich dann Waschbecken und Toilette geschrubbt, das ging wirklich ganz gut.

 

Die abgefilterte Flüssigkeit war bei mir nicht ganz klar geworden, ich hab sie trotzdem genommen und eingekocht, bis ich nur noch etwa 100 ml hatte. Das fühlte sich schon sehr seifig und ätzend an. Dies habe ich dann auf mein Emaillbackblech gegeben, damit es auskristallisiert und zu Pottasche wird. Dazu habe ich es in den Holzbackofen bei offener Tür gestellt. Eventuell war das zu heiß, weil es nicht ganz gelang oder die Flüssigkeit doch noch zu unrein. An einigen Stellen waren zwar ein paar Kristalle zu sehen, der Rest war aber eine schleimige, bräunliche Paste. 

Mein Ziel war ja eine Brennnesselseife oder zumindest eine Reinigungscreme herzustellen. Dazu hatte ich schon Brennnesselkraut ganz fein gemahlen. Nun habe ich also zur Aschepaste noch 100 ml Regenwasser dazugetan und etwa 50 ml Olivenöl. Erst tat sich nicht so viel, die Brühe sollte eigentlich weißlich werden, wie Schmierseife. Ein wenig weißlich wurde es auch und es konnte auch gut meine Hände von Rußflecken abwaschen. Also habe ich einfach das Brennnesselkraut dazugegeben und das Glas ein paar Tage stehen gelassen. Und wirklich der Verseifungsprozess ging noch voran.  Mittlerweile ist es eine schöne Waschpaste, die allerdings ziemlich stark und etwas ätzend nach Pottasche riecht. Meine Hände und Arme sind ja ziemlich beansprucht von der ganzen Handarbeit, die ich so mache, ich erhoffe mir eine Seife, die gleichzeitig die Haut regeneriert. Also ich werde auf jeden Fall weiterforschen und Asche sammeln. Dazu fällt mir ein, dass Asche und Kohle Synomyme für Geld oder Reichtum sind. Bin mal gespannt, was draus wird :-)