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Virtuelle Kräuterwanderung April 2021

Der April, der Monat des Wandels! Die Pflanzen verändern sich enorm schnell. Obwohl es in diesem Jahr etwas langsamer geht, da die Nächte noch frostig sind und sich die Blüten noch nicht so hoch hinaus trauen. Der Löwenzahn ist noch besonders zaghaft. Die Blüten sind auf kurzgeschnittenen Wiesen direkt an der Blattrosette am Boden. Wo es etwas geschützter ist, wächst sie auch höher hinaus und Ende April gibt es auch in diesem Jahr die ersten Pusteblumen. Der Löwenzahn ist die Pflanze, die nicht nur symbolisch für den Wandel steht. Sie hilft durch ihre kräftigenden Inhaltsstoffe und entgiftende Wirkung den Körper in Schwung zu bringen. Mit der Pusteblume kann man in die Luft hinwegpusten, was man nicht mehr im Leben möchte, ober auch Wünsche in die Welt pusten. Die Brennnessel sollte man vorher essen, oder wie ich es bei den Kräuterwanderungen zeige, sich ein Blatt vorsichtig auf das dritte Auge drücken, das stärkt das Bewusstsein, wirkt auf die Zirbeldrüse, so dass wir besser erkennen können, was gut für uns ist. Brennnessel und Löwenzahn, wer allein diese beiden Pflanzen kennt und für sich nutzt, kann sich damit viel Gutes tun! In meinem Buch ist ein Rezept für einen Rosa Brennnesselsirup. Da kommt es offenbar auf den Standort der Brennnessel an, ob der Sirup auch rosafarben wird. Die Brennnesseltriebe sollten viel Sonne abbekommen, damit sie die Antocyane entwickeln. Die Blätter sind dann auch rötlich gefärbt.

 

In diesem Jahr ist mir das kriechende Fingerkraut besonders aufgefallen. Es bedeckt große Flächen von Wiesen und bringt sie gelb zum leuchten. Der Gundermann ist auch in diesem Jahr besonders häufig anzutreffen. Wo es trocken ist, sehr klein gewachsen aber schön lila blühend und ich finde in diesem Jahr besonders intensiv duftend. Die Pflanze, um „hell zu sehen“. Früher war es üblich, Kränze aus Gundermann am Maifest zu tragen. Die Schlüsselblume, insbesondere die Waldschlüsselblume habe ich auch wieder etwas häufiger entdeckt. Die intensiv gelbe Echte Schlüsselblume breitet sich leider noch nicht weiter aus. Bei den Veilchen hatte ich zunächst nur das kaum duftenden Waldveilchen (Viola reichenbachiana) gefunden. Erst letzte Woche fand ich eine Stelle mit den wunderbar duftenden Veilchen (Viola odorata), aus denen man auch einen lilafarbenen, leckeren Sirup bereiten kann. Zypressenwolfsmilch und die Mandelblättrige Wolfsmilch ist nicht essbar, sieht mit ihren hellgelben Scheinblüten aber sehr schön frühlingshaft aus.

 

Das Milzkraut (Chrysospleniam alternifolium) sieht etwas ähnlich aus mit seinen ebenso goldgelben Scheinblüten. Es wächst aber nur sehr niedrig. Früher war das Milzkraut ein beliebtes Heilkraut. Es stärkt die Milz. Im englischen heißt die Milz „Spleen“. Frühere Heiler sahen die Ursache von Hypochondrie und Melancholie in der gestörten Milzfunktion. Auch Verstocktheit, Schrulligkeit, Überspanntheit, Verdrießlichkeit oder Launigkeit sind Anzeichen, dass jemand vielleicht einen „Spleen“ hat. Wer so jemanden kennt, oder selbst ein bisschen schrullig ist, kann davon beim Spazieren gehen ein paar Blätter frisch essen, vielleicht hilft es ja. Auch ein Tee wird empfohlen, dazu 1 TL Milzkraut mit 250 ml heißem Wasser übergießen und 5 Minuten ziehen lassen.

 

Man kann schon enorm viel sammeln. Ich sammle nun hauptsächlich immer noch Brennnessel, Löwenzahn, wilden Majoran, Gundermann und kriechenden Günsel. Das sind meine Lieblingskräuter, die ich gerne und viel verwende. Ich beobachte auch gern, wie die Pflanzen sich entwickeln. Baldrian, Mädesüß, Schafgarbe, Johanniskraut und die vielen anderen Kräuter, die dann erst später blühen, kann man nun schon finden.

 

Die Knospen der Bäume schaue ich mir auch genauer an, um diese so beeindruckenden großen Pflanzen langsam aber sicher auch immer besser kennenzulernen. Ein Schlange lag auf einem Pfad, sie war ziemlich träge, deshalb konnte ich sie in aller Seelenruhe fotografieren.