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Kräuterwanderungen 2021

Meine Kräuterwanderungen fanden auch 2020 und 2021 statt, wie gut, dass ich sowieso draußen am liebsten bin. Gestern fand ich es trotz leichtem Regen besonders schön. Die Zubereitung der Kostproben gelang vorher schon ziemlich gut, sodass ich, trotz der nicht so tollen Wetteraussicht, zuversichtlich war, dass wir ein paar interessante und schöne Stunden haben werden.

 

Eine Teilnehmerin beherrschte die Löwenzahnstängel-Oboe, das fing also schon mal sehr gut an, ich muss da noch üben. Doch man kann mit dem Löwenzahn nicht nur spielen, er ist super lecker und gesund. Bei den nun in voller Kraft stehenden Brennnesseln waren alle besonders gebannt. Die männlichen und weiblichen Pflanzen wurden genau betrachtet, auch eine Brennnessel an die Stirn gedrückt, um die Zirbeldrüse, unser drittes Auge, zu aktivieren. Eine Teilnehmerin wunderte sich über ihren Partner, dass er Brennnesseln neuerdings mit der bloßen Hand erntet. „Ich hab gedacht, wenn Mechtilde das kann, kann ich das auch“, meinte er daraufhin. Vorher hatte ich erzählt, dass das Schmerzempfinden nur Kopfsache ist, das kam offenbar ganz gut an. Eine andere Teilnehmerin, eine Landwirtin, meinte, dass in der Landwirtschaft Brennnesseln bisher meist sehr bekämpft werden. Sie hat nachher ein Brennnesselbuch bei mir gekauft. Da bin ich mal gespannt, was bei ihr bald angebaut wird.

 

Diesmal hat vielleicht auch der Brennnessel-Likör für die gute Laune gesorgt, obwohl es für jeden nur ein Probierschlückchen in der Pause gab. Da der Likör, den ich geschenkt bekommen hatte, schon fast leer ist, habe ich meinen restlichen Sirup mit Birnenschnaps gemischt, das war sehr lecker. In der Kostprobenpause habe ich außerdem gezeigt, wie man einen Faserstrang von der Brennnessel abzieht und einen Räucherbuschen aus Beifuß und Brennnessel bindet. Alles was ich praktisch zeige, bleibt gut im Gedächtnis, bekomme ich desöfteren als Rückmeldung.

 

Gut kam auch meine mit wildem Majoran gebratenen Zucchini an und das Knäckebrot mit Braunelle mit guten Biss. Die neuen Kräuterfreunde haben mir zugestimmt, dass es auch gut ist, dass nicht immer alles so weich ist und und man auch mal etwas die Zähne trainiert. Außerdem genießt man dann länger. Mein Brennnesselkombucha war diesmal sehr lecker geworden, sodass ich es noch einmal gewagt habe, diesen anzubieten. Einmal hatte ich es schon versucht, da war er jedoch schon ziemlich sauer und wohl zu intensiv, auch nicht so schön sprudelig wie diesmal. Viele wollten nun das Rezept. Na, das ist ja so ziemlich das beste Lob.

 

Trotz Nieselregen waren wir fast drei Stunden draußen, es war sehr kurzweilig, sodass ich mich zum Schluss noch etwas sputen musste, um auch alle Pflanzen, die ich mir vorgenommen, hatte zu zeigen. Die Fingerkräuter und auch der Wegerich wurde in den Arten verglichen, Mädesüß und Baldrian geschnuppert und probiert und noch viele weitere Pflanzen mit ihren besonderen Merkmalen angeschaut und angefühlt.

 

Ich plane die Kräuterwanderungen nicht genau. Mir ist es wichtig unterwegs auf Entdeckungen einzugehen, das macht die Wanderungen sehr lebendig und auch für mich jedes Mal neu. Ich gehe so vor, dass ich mir einen Weg aussuche, genau schaue, wo was wächst, mir einige Pflanzen genauer anschaue und auch noch einmal nachlese und ausprobiere, wozu wir Menschen sie verwenden können. Dann gibt es die Rezepte, die ich passend zusammenstelle und ein paar kurze Pflanzenbeschreibungen zum Mitnehmen fasse ich auf einem Blatt zusammen. Die Brennnessel bekommt immer ein separates eigenes Blatt mit Informationen. Da bin ich schon eine Weile mit den Vorbereitungen beschäftigt. Klar, dass ich dabei immer am meisten lerne und auch eventuell Vergessenes wiederhole, deshalb mache ich diese Wanderungen immer noch sehr gerne. Ich möchte auch, dass das so bleibt und deshalb mache ich nicht so viele Wanderungen. Ich möchte mich noch jedes Mal darauf freuen können und dies auch meinem Teilnehmern und Teilnehmerinnen vermitteln.