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Nadelbinden mit Brennnessel

Bei mir fängt die Brennnesselfasersaison gerade erst richtig an. Die Fasern sind nun wirklich einfach von den Stängeln zu trennen. Man muss allerdings etwas Erfahrung haben, um wirklich geeignete Stängel zu erkennen. Insbesondere an sonnigen Hügeln sind diese noch nicht verrottet. Schön ist auch, dass schon neue Triebe sichtbar sind, die kann man zwischendurch naschen :-)

Diesmal habe ich das Ganze ein bisschen wisschenschaftlich durchgeführt. Ich habe 20 Stängel abgezogen, abgerubbelt, sodass beinahe nur noch Faseranteil in den Strängen ist. Das ergab dann gut 10 g Fasern. Beschäftigt war ich damit etwa gut eine Stunde. 

 

Endlich hat es auch mit dem Nadelbinden besser geklappt. Nadelbinden ist eine wirklich uralte Technik. Man braucht die Fasern nicht verspinnen. Es wird eine Kordel aus den Fasern gedreht und immer wieder angesetzt. Ich bin überzeugt davon, dass dies mit der Brennnesselfaser häufig gemacht wurde, sie bietet sich für diese Technik geradzu an. Mit dem Oslo-Stich hatte ich es schon einmal versucht. Die etwas störrische und unregelmäßige Kordel der Brennnessel macht das Nadelbinden etwas schwieriger. Es erfordert wie bei jeder Handarbeit Übung, bis die Handgriffe dann irgendwann von alleine die Bewegung machen und es mühelos wird. Ich möchte eine Tasche aus den auf meinen Wegen nebenbei geernteten Faserproben binden. Ich muss dabei aufpassen, dass sie die Form behält. Mein früheres Objekt, mit einem einfacherem Stich, wächst auch immer weiter. 

 

Die Nadeln zum Binden habe ich selbst geschnitzt, das ist auch gar nicht so schwer, wenn man die Löcher vorbohrt.

 

Das Nadelbinden zeige ich auch auf meinem Seminar bei Waldwolle in Sindelfinden am 8. und 9. Februar 2020. Es gibt noch Plätze. Weiter Infos dazu auf meiner Brennnesselseite.